Tausche Marmelade gegen Knäckebrot – Meine Food Swap Basics

Clothing Swaps bzw. Kleidertauschparties kennt mittlerweile ja fast jeder und auch ich bin ein riesen Fan davon. Warum also nicht das ganze Konzept mal auf’s Essen übertragen? Getreu nach dem Motto „Clothing Swaps are so yesterday“ war ich dieses Wochenende also auf meinem ersten Food Swap Event.

Was ist ein Food Swap?

Als ich zum ersten mal über das Konzept eines Food Swaps gestolpert bin, konnte ich mir noch nicht so ganz vorstellen, was genau dahinter steckt. Im Grunde geht es beim Food Swapping (zu deutsch: Essenstausch) darum, dass jeder Teilnehmer ein oder mehrere selbst gemachte Produkte mitbringt und diese dann gegen ein anderes Produkt eintauschen kann. Das ganze erfolgt dann ganz diplomatisch nach dem 1:1 Prinzip, sprich ich tausche ein Glas Heidelbeermarmelade gegen eine Packung Knäckebrot. Um das Tauschevent dann nicht in ein hektisches Durcheinander ausarten zu lassen, gibt es normalerweise auch ein paar simple Regeln, die von den Initiatoren festgelegt werden. Mehr zu dem generellen Ablauf eines Food Swaps gibt es weiter unten.

Wie finde ich einen Food Swap (in meiner Nähe)?

Du kannst Food Swaps eigentlich ganz einfach online finden. Vorausgesetzt natürlich, dass es in deiner Stadt schon einen Food Swap gibt 😉 Ich habe den Food Swap in Malmö über Facebook gefunden. Als ich mich dann ein wenig mit dem ganzen Thema Food Swapping auseinandergesetzt hatte, wurde ich immer neugieriger. Was gibt es denn besseres, als am Ende eines Nachmittags mit einer Tasche voller selbst gemachter Leckereien nachhause zu kommen? Also habe ich daraufhin einfach mal Lotta, eine der drei Organisatorinnen, angeschrieben, weil ich gerne noch mehr über den Food Swap wissen wollte. Lotta ist mit Leib und Seele Foodie und veröffentlicht nebenbei auf ihrem Foodblog (www.veggietown.net) vegetarische Rezepte. Die geborene Schwedin hatte vor über zwei Jahren mal etwas über Food Swaps gelesen und war auch gleich Feuer und Flamme für die Idee. Als sie dann nach einer kurzen Recherche keinen Food Swap in Malmö finden konnte, hat sie kurzerhand einfach ihren eigenen Food Swap organisiert. Das war bereits im Dezember 2015. Damals kamen knapp sechs Freunde zu ihrem Food Swap und seitdem findet der Swap regelmäßig alle 2-3 Monate in verschiedenen Locations ins Malmö statt. Mittlerweile hat sich gas Ganze natürlich auch schon herumgesprochen, so dass die Gruppe auf 15 Personen angewachsen ist.

„Ich habe immer schon gerne gekocht. Deshalb ist ein Food Swap die ideale Möglichkeit, um selbst gemachte Köstlichkeiten zu tauschen und im Gegenzug etwas Leckeres zurückzubekommen.”

Was bringe ich zu einem Food Swap mit?

Eine der Schlüsselfragen beim Food Swap ist natürlich die, sich zu überlegen, was man den gerne mitbringen möchte. Ich hatte am Anfang ein bisschen Bammel davor, das Falsche mitzubringen. Aber natürlich habe ich mir da mal wieder viel zu viele Gedanken vorher gemacht! Ich habe mich dann dazu entschlossen, selbst gemachte Peanutbutter & Jelly Energy Balls mitzubringen und die kamen, glaube ich, ganz gut an (das Rezept gibt es bald auf dem Blog!). In meinem Gespräch mit Lotta habe ich dann noch von ihr erfahren, dass es überhaupt nicht wichtig sei, was man mitbringt. Hauptsache es ist selbst gemacht und es schmeckt 😉

„Oft sind die einfachen Leckereien, wie zum Beispiel Schokokekse, die beliebsten während des Food Swaps.”

Als dann jeder da war, konnte ich sehen, wie viele tolle Sachen jeder hatte. Die Tische waren am Schluss voll mit Marmeladen, eingelegter Rote Beete und Karotten, diversen Granolasorten, Knäcke- und Sauerteigbrot, Muffins, Soßen und und und. Die Auswahl war wirklich riesig.

Wie läuft so ein Food Swap ab?

Die drei Organisatorinnen (Lotta, Paula und Therese) haben sich für den Food Swap ein, wie ich finde, tolles Konzept überlegt. Nachdem man in der Location ankommt, bekommt man nach einer herzlichen Begrüßung einen kleinen Zettel in die Hand, auf dem man dann seinen Namen, die Produktbezeichnung und Inhaltsstoffe des Produkts angibt. Dieser Zettel wird dann neben die mitgebrachten Produkte auf dem Tisch platziert, so dass jeder gleich weiß, um was es sich bei deiner Leckerei handelt. Danach stellt jeder kurz der Reihe nach sein Produkt vor und erklärt unter Umständen auch wie er/sie es zubereitet hat. Zum Schluss geht man noch einmal reihum bei jedem Produkt vorbei und trägt, wenn man das Produkte gerne gegen sein eigenen eintauschen möchte, im Zettel seinen Namen ein. Sobald dann jeder bereit ist, geht das eigentlich Tauschvergnügen los. Ich habe meine Peanut Butter & Jelly Energy Balls am Ende gegen Carrot Cake Granola, eingelegte rote Beete, Knäckebrot, Orangen-Karotten Marmelade und eine Kokos-Karamelsoße eingetauscht. Ein nicht allzu schlechter Tausch, oder?

Die ganze Prozedur mag sich für den ein oder anderen jetzt auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen kompliziert anhören, aber ich finde, dass diese Struktur wirklich sinnvoll ist und man so auch einen tollen Mehrwert für alle schafft. Ich hatte enorm viel Freude daran, den Beschreibungen der anderen zu lauschen und einfach neuen Input und Anreize für mich selbst mitzunehmen.

Was kann ich persönlich aus dem Food Swap mitnehmen?

Ich liebe die Idee von Food Swaps! Das kann ich wirklich nach einem Tauschevent schon sagen. Es ist nicht nur toll, neue Menschen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen, sondern auch wieder neue Tipps und Kochinspiration mit nach Hause zu nehmen. Das ist auch genau der Punkt, den Lotta am Ende noch betont. Ihr ging es ja von Anfang an nur darum, Menschen eine Möglichkeit zu geben, ihre selbst gemachten Produkte zu tauschen und auch von einander zu lernen. Nach einem Food Swap ist man offener und traut sich vielleicht an Rezepte heran, an die man vor dem Swap entweder gar nicht gedacht hatte oder die einem viel zu kompliziert vorkamen. Es ist also wirklich eine Win-Win Situation für jeden. Ganz zum Schluss verrät Lotta mir noch, dass sie bald ein Kochbuch mit leckeren Rezepten und Interviews mit den Teilnehmern veröffentlichen möchten. Ein Veröffentlichungstermin ist allerdings noch nicht geplant. Jetzt konzentrieren sich die drei Powerfrauen erst mal wieder auf die Organisation des nächsten Swaps, der im Mai stattfinden wird.

Ich hoffe sehr, dass dich dieser Beitrag auch dazu inspiriert hat, vielleicht selbst mal einen kleinen Food Swap mit deinen Freunden oder deiner Familie auszuprobieren. Oder vielleicht findest du ja einen Food Swap in deiner Nähe oder organisiert selbst einen 😉 Wenn du selbst schon Erfahrungen damit gemacht hast, würde ich mich freuen, wenn du hier mal darüber berichtest und generell erzählst, was du persönlich von der Idee hältst.

Your liveliest,

Jess

2 comments

    1. Hey Marcel,
      ja, schau auf jeden Fall mal! Bei uns in Deutschland ist das ganze Konzept leider noch nicht so verbreitet, aber notfalls startest du eben deinen eigenen Food Swap erst mal mit Freunden 😉

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