Diese drei Fair Fashion Brands erzählen außergewöhnliche Geschichten

Meine letzte Woche im Green Showroom in Berlin war super spannend. Tolle Brands, inspirierende Menschen und interessante Gespräche. Was Besuche auf Schrottplätzen, der Kampf gegen Extremismus und kompostierbare T-Shirts damit zu tun haben? 

Airpaq - Upcycling von Airbags, Sicherheitsgurten und Gurtschlössern

Als ich den Stand von Michi und Adrian gefunden hatte, sind mir sofort die Sicherheitsgurte, Airbags und Gurtschlösser ins Auge gestochen.

Die zwei Jungs lernten sich 2015 während ihres Masterstudiums in Rotterdam kennen und fanden sich von Anfang an sympathisch. Im Zuge einer Projektarbeit suchten die beiden auf einem Schrottplatz nach Inspiration für eine Businessidee. Beiden gefiel von Anfang an der Gedanke, ein Produkt aus Abfall bzw. Schrott herzustellen und so das Upcycling eines Produkts in ihr Projekt zu integrieren.

Als wir dann auf dem Schrottplatz waren, haben wir einen Airbag gesehen und wollten daraufhin unbedingt etwas aus diesem Airbag machen.

 

So kam es, dass sie aus dem ursprünglichen Abfallprodukt einen Rucksack entwickelten. Auch alte Sicherheitsgurte fanden als Rückenstütze Verwendung und Gurtschlösser wurden kurzerhand als Rucksackverschluss umfunktioniert. Es dauerte letztendlich dann knapp zwei Jahre bis der finale Prototyp fertig war. Auf ihrer Webseite beschreiben die beiden, wie aus dem ersten Prototypen im Oktober 2015 der fertige Rucksack entstand. Ich persönlich finde es super spannend, zu sehen, wie Michi und Adrian aus einem Uniprojekt ein Produkt entwickelt haben, das nicht nur toll aussieht, sondern auch Abfallprodukte integriert und mehr Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum schafft.

Momentan läuft auch noch die Kickstarter Kampagne der beiden. Schaut da auf jeden Fall mal vorbei!

Less too late: Mode mit einem Call to Action

Geballte Frauenpower fand ich am Stand von less too late. Die vier Mädels haben noch während ihres Studiums ihren Traum, ein eigenes Modelabel zu gründen, realisiert. Mit ihrem eigenen unisex Modelabel gestalten die vier sowohl T-Shirts und Tücher als auch Wendejacken aus Bio-Baumwolle.

Jede unserer Kollektionen widmet sich einem gesellschaftlichen Thema. Die aktuelle Kollektion soll Impulse gegen Extremismus setzen. Ein Teil der Erlöse spenden wir an Projekte, die thematisch zur Kollektion passen. Somit sind unsere T-Shirts eine Form von positivem Protest.

 

Warum die vier dieses Thema ausgewählt haben? Die  Powerfrauen wollen gerade in Zeiten, in denen die europäische Gemeinschaft oftmals auseinanderzubrechen droht, ein Zeichen setzen. Für eine friedliche Gemeinschaft und für unsere europäischen Werte. Keiner von uns sollte Bevölkerungsgruppen diskriminieren oder verurteilen.

Jeder von uns kann sich einsetzen und stark machen für eine solidarische Gesellschaft.

 

Die aktuelle Kollektion soll eine Mischung aus provokanten Statements, die eventuell Irritationen hervorrufen können, und einem ästhetischen Look, beinhalten.  Somit ist less too late definitiv ein Label, das schlichte und zeitlose Elemente in den Vordergrund stellt. Hergestellt wird die Kleidung  in Indien, natürlich unter fairen Arbeitsbedingungen.

Ich war nach meinem Gespräch mit den Gründerinnen wirklich beeindruckt, mit wie viel Energie und Ehrgeiz die Kölner Mädels ihr eigenes nachhaltiges Modelabel realisiert haben. Mir gibt die Leidenschaft und Power anderer GründerInnen selbst immer wieder einen kleinen Anschub und Reminder, dass man einfach für seine Träume und Visionen einstehen soll und nicht auf den perfekten Zeitpunkt wartet.

Schenkt den Mädels doch gerne auch ein wenig Social Love und schaut auf ihrer Facebook Seite und tollem (!) Instagramprofil vorbei 🙂 Falls ihr die neue Kollektion nicht verpassen wollt, dann tragt euch auf jeden Fall in den less too late Newsletter ein!

MELAWEAR - Lasst uns gemeinsam handeln!

Ich bin der Meinung, dass nachhaltige und faire Mode nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Kleidung zum einen nicht dem typischen Ökoimage entspricht und zum anderen für den Durchschnittsverbraucher erschwinglich ist. Faire Mode wird sich im Mainstream Markt nicht durchsetzen, wenn sie zwar die ökologischen und sozialen Standards verbessert, aber nicht dem Budget der meisten Menschen gerecht wird. Und genau an diesem Punkt setzt MELAWEAR an. Als ich mich zum ersten Mal auf der Webseite des deutschen Unternehmens umschaute, fielen mir sofort die Preise der Kleidungsstücke ins Auge: 19,90€ für ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle, das GOTS und Fairtrade zertifiziert ist? Wie kann denn so ein Preis zustande kommen?

Henning Siedentopp, Geschäftsführer von MELAWEAR, erklärte mir, dass im Zentrum des Unternehmens ein innovatives Geschäftsmodell steht, welches die Herstellung von wenigen Produkten in großen Stückzahlen ermöglicht. Somit kann ein fair hergestelltes T-Shirt schon für knapp 20€ verkauft werden.

Der Name MELAWEAR stammt vom Wort mela, was so viel bedeutet wie „gemeinsam handeln“. Bei MELAWEAR sind alle Produkte sowohl GOTS als auch Fairtrade zertifiert und werden in Indien aus Bio-Baumwolle hergestellt. Zum Produktsortiment gehören mittlerweile nicht nur Pullover, Hoodies und T-Shirts, sondern auch Rucksäcke und Taschen. Alles sehr schlicht und minimalistisch gehalten. Gerade für Basics ist MEALWEAR also die ideale Anlaufstelle.

Cradle to Cradle zertifizierte Materialien

 

Ein Punkt, den ich auch noch besonders hervorheben möchte, ist die Cradle to Cradle Gold Standard Zertifizierung der neuen T-Shirt Kollektion von MELAWEAR. Cradle to Cradle beschreibt die unendliche Zirkulation von Materialien und Nährstoffen in Kreisläufen. Somit sind sowohl die Farbstoffe für die Stofffärbung als auch die Nähgarne  biologisch abbaubar. Das bedeutet , dass das Kleidungsstück am Ende letztendlich kompostierbar ist und keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Warum für mich die Geschichte hinter dem Unternehmen außergewöhnlich ist? Ich finde, dass MELAWEAR auf einem sehr guten Weg ist, faire und nachhaltige Mode für einen großen Markt tauglich zu machen und sehr viele Menschen erreichen kann. Wenn ich überlege, wie viele Menschen immer noch denken, dass ein fair produziertes Kleidungsstück unerschwinglich ist, dem kann ich das Sortiment von MELAWEAR nur wärmstens ans Herz legen. Weiter so!

Ich hoffe, dass euch die Geschichten der fairen Modelabels genauso gefallen haben wie mir und freue mich natürlich über euer Feedback!

Your liveliest,

Jess

2 Antworten auf „Diese drei Fair Fashion Brands erzählen außergewöhnliche Geschichten“

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